Wettbewerb für Neubau der Justizanstalt Klagenfurt entschieden

Wettbewerb für Neubau der Justizanstalt Klagenfurt entschieden

Das Bundesministerium für Justiz (BMJ) und die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) planen die Errichtung einer neuen Justizanstalt in Klagenfurt am Wörthersee, v.l.n.r.: Architekt Thomas Zinterl, BIG Geschäftsführer Wolfgang Gleissner, Justizministerin Alma Zadić, Landeshauptmann Peter Kaiser, Jürgen Pfeiler, Vizebürgermeister von Klagenfurt, und Stadtrat Markus Geiger

Mitte August wurde der EU-weite, offene, einstufige Realisierungswettbewerb entschieden. Dabei ging das Grazer Architekturbüro Zinterl Architekten ZT GmbH unter insgesamt 35 Einreichungen als Sieger hervor. Ab heute kann die Wettbewerbsausstellung in der Herrengasse 9 in Klagenfurt besucht werden. Eröffnet wurde diese von Justizministerin Alma Zadić gemeinsam mit BIG Geschäftsführer Wolfgang Gleissner, Landeshauptmann Peter Kaiser und dem Klagenfurter Vizebürgermeister Jürgen Pfeiler.

"Man baut nicht alle Tage eine Justizanstalt, deshalb ist dieser Neubau wichtig und zugleich wegweisend für die Modernisierung der Justiz. Es geht um eine zeitgemäße Unterbringung von Häftlingen mit dem Ziel, sie nach ihrer Haft bestmöglich wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Es geht aber auch um die Bedürfnisse der Justizmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, die einen großen Teil ihrer Lebenszeit, nämlich ihre Arbeitszeit, in der Haftanstalt verbringen. Es gibt sehr unterschiedliche soziale, ökonomische und nachhaltige Anforderungen an diesen Neubau, denen der Gewinner aber auch die Bestplatzierten des Architektur-Wettbewerbes in beeindruckender Weise gerecht wurden. Ich freue mich sehr auf die bestmögliche Realisierung dieses Bauprojekts", so Justizministerin Alma Zadić.

"Dieses große Bauvorhaben ist ein bedeutender Konjunkturimpuls, durch den zahlreiche Arbeitsplätze gesichert werden. Jetzt, wo der Wettbewerb entschieden ist, beginnt gemeinsam mit den Sieger-Architekten die Planungsphase", sagt Wolfgang Gleissner, Geschäftsführer der BIG.

Sternförmiger Bau

Das Gewinnerprojekt sieht ein sternenförmig angelegtes Gebäude mit fünf Armen vor. Ein Arm dient der Erschließung und beherbergt allgemeine Bereiche wie beispielsweise einen Mehrzwecksaal, die Krankenstation und eine Bibliothek. Die weiteren vier Arme nehmen die geforderten Departments mit den Hafträumen auf. Diese sind jeweils an nur einer Fassadenseite angesiedelt, sodass keine Sichtverbindung zwischen den unterschiedlichen Departments möglich ist. Zudem verfügt jeder Arm über dieselben allgemeinen Bereiche wie Schulungsräume, Teeküchen und Freizeiträume. Zwischen den Gebäudearmen befinden sich die Spazierhöfe. Diese durch die Sternenform gewährleistete homogene Struktur erlaubt eine flexible Anordnung der unterschiedlichen Haftabteilungen.

In einem zusätzlichen Trakt werden Wachzimmer, die Verwaltung sowie die Vernehmungs- und Besucherzone untergebracht. Im vorgesehenen Werkstättentrakt können die Insassen in der Schlosserei, Tischlerei oder den Kunsträumen handwerklichen Tätigkeiten nachgehen.

Nachhaltigkeit – ein zentrales Ziel der neuen Justizanstalt Klagenfurt

"Es ist mir ein großes Anliegen, dass bei diesem richtungsweisenden Bau besonderer Wert auf architektonische und auf ökologisch-nachhaltige Qualität gelegt wird", sagt Justizministerin Alma Zadić.

Seit Anfang 2020 wird bei allen Neubau- und Sanierungsprojekten des BIG Konzerns der Mindeststandard für Nachhaltigkeit angewendet. Dementsprechend wird nach strengen Kriterien gebaut, die allesamt über den gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen liegen. In der Praxis bedeutet das, den Lebenszyklus der Immobilie zu betrachten – das betrifft z.B. die Planung und den Betrieb. Außerdem muss mindestens der Nachhaltigkeitsstandard klimaaktiv Silber erreicht werden.

Durch die geplante Massivbauweise des Gebäudes werden der Heiz- und Kühlbedarf reduziert. Energieeffiziente Beleuchtungssysteme und Wasserspareinrichtungen sorgen für eine ressourcenschonende Betriebsführung. Als weitere nachhaltige Maßnahmen sind die Errichtung einer Photovoltaikanlage am Dach und eine Energienutzung durch Geothermie geplant. Durch die teilweise Eigenverschattung, die Geometrie der Baukörper, die Verwendung von Sonnenschutzverglasung und die Begrünung der Höfe und Freiflächen wird einer sommerlichen Überhitzung vorgebeugt sowie das Umgebungsklima verbessert.

Quelle: Lucia Malfent Pressesprecherin Bundesimmobiliengesellschaft, Martina Schmidt 
Pressesprecherin der Justizministerin / ots  //  Fotocredit: Hannes Kohlmeier

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