Freitag 26. April 2019
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Wie problematisch ist die Schifffahrt für die Luftqualität?

Präsentation der ersten Luft-Studie über die Auswirkungen der Fluss-Schifffahrt an der Donau in Oberösterreich.

Pressekonferenz mit Umwelt-Landesrat Rudi Anschober 

Derzeit boomt die Personenschifffahrt, die im Jahr 2017 das vierte Jahr in Folge 
einen Anstieg verzeichnete. Auch in Linz legen immer öfter Kreuzfahrtschiffe an. 
Das ist eine äußerst positive Entwicklung aus Sicht des Tourismus und der 
Wirtschaft. Insgesamt wurden im Jahr 2017 auf dem österreichischen 
Donauabschnitt rund 1.265.000 Passagierinnen und Passagiere befördert, was 
einem Plus von 2,8 % im Vergleich zu 2016 entspricht. Die Fortbewegung mit dem 
(Binnen-)Schiff stellt grundsätzlich auch ein vergleichsweise umweltfreundliches 
Transportmittel dar. Doch wegen der zunehmenden Personenschifffahrt werden 
auch diese Emissionen zu einem nicht zu vernachlässigenden Problem für die 
Luftreinhaltung in Linz und entlang der Donau. Deshalb wurde von der Abteilung 
Umweltschutz des Landes Oberösterreich nun eine Immissionsstudie zum Einfluss 
der Donauschifffahrt auf die Luftschadstoffbelastung (NO2 und PM10) in Linz und 
Engelhartszell erstellt. 

Das Ergebnis zeigt klar: Legen Flusskreuzfahrtschiffe entlang der Donau an und 
beziehen sie ihre Energie aus Dieselaggregaten, so werden viele Tonnen 
Stickstoffoxide ausgestoßen, die sich durch Landstromanschlüsse einsparen 
lassen würden. Das verschärft die ohnehin angespannte Lage für die Linzer Luft – 
konkret die mit EU-Grenzwertüberschreitungen kämpfende Messstelle am Linzer 
Römerbergtunnel und stellt auch in Egelhartszell für die Bewohner/innen eine 
Belastung dar. 

Landesrat Anschober: „Die nun ausgearbeiteten Studien unterstreichen den 
Handlungsbedarf in Sachen Errichtung von Landstromanschlüssen. 
Positivbeispiele wie etwa Passau (D) belegen, dass Umweltschutz und Tourismus 
hervorragend zu vereinbaren sind. Gerne stellen wir die Ergebnisse den 
Zuständigen zur Verfügung, um den Arbeitsprozess rund um die Errichtung von 
Landstromanschlüssen entlang der Donau in Oberösterreich zu unterstützen.“ 

Ergebnisse der Luftstudien für Linz und Egelhartszell 
Emissionen aus der Schifffahrt 
Um den Beitrag der fahrenden und anliegenden Schiffe zur Luftbelastung 
beurteilen zu können, wurde in einem ersten Schritt der oberösterreichische 
Schiffsemissionskataster der Donau für das Jahr 2017 neu berechnet. Zu den 
grundlegenden Daten gehörte die Schleusenstatistik der Statistik Austria. 
Daten über die Ausflugsschifffahrt, Hafenaktivitäten, Flusskreuzschiffe sowie 
über den sonstigen Schiffsverkehr mussten direkt bei den Betreiber erfragt 
werden. In Linz emittierten die fahrenden im Jahr 2017 in Linz 211 Tonnen 
Stickoxide (NOx), die anliegenden Schiffe immerhin noch 59 Tonnen. Für die 
Stromerzeugung verbrauchten die rund 1400 Schiffe an den Anlegestellen im 
Bereich der Nibelungenbrücke ca. 1,6 Millionen Liter Diesel. 

NOx-Emissionen von fahrenden und anliegenden Schiffen in Linz 
In Engelhartszell (mit gesamt drei Anlegestellen) verursachen fahrende und 
anlegende Schiffe im Berechnungsgebiet 128 Tonnen an Stickoxid- 
Emissionen (NOx) pro Jahr. Im Vergleich dazu emittiert der rollende Verkehr 
nur 12 Tonnen, das sind acht Prozent der gesamten Verkehrsemissionen im 
Betrachtungsraum. 

Auswirkung auf Luftgüte – Immission 
Die Berechnungen für Linz zeigen, dass die mittlere jährliche Stickstoffdioxid- 
Zusatzbelastung (NO2) entlang der Fahrrinne mehr als 30 μg/m3 beträgt, im 
Uferbereich der Donau sind es immerhin noch 10 μg/m3 bis 17 μg/m3. An den 
Anlegestellen im Bereich der Nibelungenbrücke kommen aufgrund der 
Stromerzeugung an Bord der anliegenden Schiffe nochmals bis zu maximal 
20 μg/m3 an NO2 zu diesen ohnehin stark verkehrsbelasteten Bereich hinzu. 
Berechnete NO2-Immission aufgrund der anliegenden Schiffe (3m über Grund) 
Die NO2-Immissionsbelastung durch die Schifffahrt nimmt mit der Entfernung 
von der Donau ab. An der Luftgütestation Linz-Römerberg liegt der Anteil der 
gesamten Schifffahrt an der Gesamtbelastung nur mehr bei 2,8 % - der Anteil 
vom anliegenden Schiffsverkehr bei 1 % (ca. 0,4 μg/m3 NO2). 
„Das ist für diesen ohnehin sensiblen Bereich, was die Luftgüte betrifft, eine 
enorme Zusatzbelastung. Für die Messstelle Römerberg zählt jedes μg/m3 an 
Stickstoffdioxid weniger, will man ein EU-Vertragsverletzungsverfahren 
verhindern. Wir müssen das ausgearbeitete Maßnahmenprogramm Luft rasch 
beschließen und umsetzen“, kommentiert Landesrat Anschober die 
Ergebnisse. 

Auch in Engelhartszell wirkt sich die zusätzliche Belastung durch die 
Schifffahrt aus. Um ein Gesamtbild der Immissionsbelastung zu erhalten, 
wurden die Beiträge von den wesentlichen Emittenten (Straßenverkehr, 
Hausbrand, Donauschifffahrt und regionalen Hintergrund) addiert. Dabei 
ergeben sich im Uferbereich NO2-Konzentrationen von 15 μg/m3 bis max. 
25 μg/m3 im Jahresmittel. Der IG-L-Grenzwert von 35 μg/m3 bzw. EU- 
Grenzwert von 40 μg/m3 werden damit im Uferbereich eingehalten. 
In beiden Studien wurde die Immissionsbelastung mittels 
Ausbreitungsrechnung berechnet und unterliegt daher größeren 
Unsicherheiten als eine Messung. Aus diesem Grund werden in Linz nun 
bereits seit Dezember diese Ergebnisse mittels Passivsammlermessungen 
über ein Jahr validiert. In Engelhartszell wird ab Mai eine mobile 
Luftmessstation errichtet und die Werte für die Evaluierung der Berechnungen 
herangezogen. 

Enormes Einsparungspotential durch Landstromanschlüsse 
Würde man alle Anlegestellen im Bereich der Nibelungenbrücke mit 
Landstrom ausstatten, so könnten 59 Tonnen NOx an Emissionen und bis zu 
20 μg/m3 NO2 an Immissionen (direkt bei den Hauptanlegestellen) eingespart 
werden. 

Die Dreiflüssestadt Passau macht es vor. Folgendes Modell wurde hier 
umgesetzt: Von insgesamt 17 Anlegestellen sind zehn Anlegestellen für je 
zwei Schiffe vorhanden. Bei diesen 10 Anlegestellen sind alle für die 1. Reihe 
und drei für die 2. Reihe mit Landstromanschluss ausgestattet und es wird an 
weiteren Anschlüssen gearbeitet. Es ist Pflicht, in der 1. Reihe anzuschließen, 
in der 2. Reihe ist es seit heuer Pflicht, wenn die technischen Voraussetzungen 
gegeben sind. In Summe ergibt das 13 Landstromanschlüsse und weitere 
werden errichtet. „Linz hat, genauso wie Engelhartszell, die Chance sich ganz nach dem 
Beispiel Passaus hin zu einer nachhaltigen Form der Flusskreuzschifffahrt zu 
orientieren. Es braucht die zeitgemäße Ausstattung der Anlegestellen mit 
Landstromanschlüssen entlang der Donau in ganz Österreich, dann wird es 
auch keinen Ausweichverkehr auf andere Anlegestellen geben. Wir stellen 
unsere Ergebnisse gerne den Entscheidungsträgern zur Verfügung, um eine 
solche Umsetzung zu beschleunigen“, betont Landesrat Anschober. 
Maßnahmenpaket Linzer Luft – Beschluss und rasche Umsetzung 
Auch der aktuelle Entwurf des Programmes nach § 9a Abs.6 IG-L zur 
Verringerung der Belastung von NO2 in Linz sieht die Maßnahme 
„Stromanschlüsse für Donauschiffe“ vor. Bis dato waren drei 
Schiffsanlegestellen bei der Schiffswerft und eine Anlegestelle etwa 
gegenüber dem Brucknerhaus mit Landstromanschluss ausgestattet. 
Um den Gesundheitsschutz zu gewährleisten und das Einhalten der 
Grenzwerte an der Messstelle Linz-Römerberg, die repräsentativ für das 
Linzer Stadtgebiet ist, möglichst rasch zu erreichen, wurde das bestehende 
Maßnahmenprogramm aus dem Jahr 2011 überarbeitet und aktualisiert. Das 
im Entwurf vorliegende Maßnahmenprogramm 2018 enthält ein Bündel an 
über 30 zusätzlichen Maßnahmen, um die Stickstoffdioxidimmissionen in Linz 
zu reduzieren. Im öffentlichen Stellungnahmeverfahren zum Programm 
wurden zahlreiche Stellungnahmen abgegeben. Diese wurden geprüft und wo 
möglich, berücksichtigt. 
Die Beschlussfassung des „Programm nach § 9a (6) IG-L zur Verringerung der 
Belastung von NO2 in Linz“ soll in den nächsten Wochen erfolgen und die 
beschlossene Version wird auf der Internetseite des Landes Oberösterreich 
veröffentlicht werden. 
Pressekonferenz am 01.04.2019 
 

Quelle: Land OÖ, Rudi Anschober
Bild: Symbolbild Schlögener Schlinge von andreame auf Pixabay