Wie schmeckt die Zukunft? Nachhaltigkeit spielt auch in der Lebensmittelbranche eine zentrale Rolle

Wie schmeckt die Zukunft? Nachhaltigkeit spielt auch in der Lebensmittelbranche eine zentrale Rolle

Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner bei seinem Eröffnungsstatement zum „Tag der oberösterreichischen Lebensmittel – Upper Food 2022“ in Linz

„So wie in vielen weiteren Wirtschaftsbereichen bekommt die Nachhaltigkeit auch in der Lebensmittelbranche eine immer größere Bedeutung: Wichtige Anliegen sind die nachhaltige Beschaffung von Lebensmitteln und der verantwortungsvolle Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen. Wesentlich sind weiters die Reduktion von Lebensmittelabfällen und der sinnvolle Einsatz von Verpackungsmaterialen. Ebenso sollten Energieeffizienz und der Einsatz von erneuerbaren Energien nicht nur in Krisenzeiten in der Herstellung und Produktion vorangetrieben werden“, betonte Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner im Rahmen des „Tages der oberösterreichischen Lebensmittel – Upper Food 2022“ im Offenen Kulturhaus in Linz. „Es geht hier nicht nur um das Wahrnehmen einer gesellschaftlichen Verantwortung, sondern auch um positive wirtschaftliche Effekte, die sich daraus ergeben“, unterstrich Landesrat Achleitner im Rahmen dieser Fachveranstaltung der Lebensmittelbranche mit hochkarätigen Expert/innen und mehr als 100 Besucher/innen.

„Jeder 6. Arbeitsplatz in Oberösterreich ist, vor- und nachgelagerte Bereiche eingeschlossen, entlang der Lebensmittel-Wertschöpfungskette angesiedelt. Die Lebensmittelbranche leistet somit wertvolle Beiträge für die österreichische Volkswirtschaft, sichert Arbeitsplätze und trägt zu Stabilität und Wohlstand bei. Die große Bedeutung die Branche hat sich einmal mehr in der Corona-Pandemie gezeigt. Durch Klimawandel, Energie-, Rohstoff- und Wasserknappheit, aber auch internationale Krisen stehen landwirtschaftliche Erzeuger/innen und Lebensmittelproduzent/innen weiterhin vor großen Herausforderungen. Bewältigen lassen sich diese durch Forschung, Entwicklung und betrieblichen Innovationsgeist, aber auch durch Kooperation und Vernetzung. Dreh- und Angelpunkt dafür ist der Lebensmittel-Cluster der oö.Standortagentur Business Upper Austria, der 2021 sein 20-Jahr-Jubliäum gefeiert hat“, hob Landesrat Achleitner weiters hervor. „Die hervorragende Kombination aus Ausbildung, Forschung und Wirtschaft kennzeichnet die oö. Lebensmittelwirtschaft. Die gelebte Praxis der Kombination dieser drei wichtigen Säulen lassen uns auch potenzielle Krisenzeiten und Herausforderungen meistern“, so Landesrat Achleitner.

„Die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Landwirtschaft über die die Be- und Verarbeitung bis zum Handel hat in der Vergangenheit schon gut funktioniert hat, wird aber auch in der Zukunft immens wichtig sein, um einerseits die oö.Lebensmittelbetriebe, als auch nächste Generationen zu stärken. In 20+1 Jahre hat der Lebensmittel-Cluster hier unterstützend gewirkt und zahlreiche Kooperationen begleitet“, erklärte die Clustermanagerin DI Heidrun Hochreiter.

Heimische Viehzucht und Agarflächen erhalten
Sauberes Trinkwasser, hohe Standards und Versorgungssicherheit bei Agrarprodukten und in der Viehzucht können in Österreich die gegenwärtige Krise abfedern. Trotzdem ist in vielen Bereichen ein Umdenken notwendig, um die Zukunftsziele im Rahmen des Programmes der oö.Forschungs- und Wirtschaftsstrategie #upperVISION2030 zu erreichen. „Oberösterreich steht gut da, ist aber trotzdem keine Insel der Seligen“, so Hannes Royer, der seit seinem 21. Lebensjahr einen Bergbauernhof bewirtschaftet und als Obmann des Vereins „Land schafft Leben“ die Herausforderungen der Lebensmittelwirtschaft aus erster Hand kennt. Er sieht einen Handlungsbedarf bei allen Beteiligten. So müssten sich auch die Konsument/innen bewusst sein, dass die höheren Preise für regionale Produkte letztendlich den Standort Österreich sichern 

Konsument/innen im Zwiespalt
Die hochkarätige Diskussionsrunde von Vertreter/innen des Handels war sich in einem Punkt einig: Die Corona-Krise hat eindrucksvoll vor Augen geführt, welch lange Strecken Lebensmittel teilweise zurücklegen müssen, bevor sie auf unseren Tellern landen. Manches, das aus fernen Ländern importiert wurde, war plötzlich knapp oder gar nicht mehr verfügbar. Die Frage der Versorgungssicherheit war plötzlich wichtig. Nun ist, auch aufgrund des Anstiegs der Inflationsrate der Kostenfaktor wieder stärker in den Vordergrund gerückt, was die Konsument/innen vermehrt vor die Entscheidung zwischen regionalen Produkten und Diskontware stellt.

Falsche Ernährung
Experte Joachim Kircher von der Denkwerkstatt thematisierte die Ernährungsgewohnheiten und attestierte ein denkbar schlechtes Zeugnis. Rund 41 Prozent der Frauen und Männer ob der Enns sind übergewichtig, 15 Prozent sogar fettleibig. Weltweit leiden zwei Milliarden Menschen an einem Mangel an Nährstoffen. In Österreich betrifft das rund die Hälfte der Bevölkerung. Schlussfolgerung: Es muss ausgewogene Kost auf den Tisch kommen.

Die aus Schüler/innen der Bildungspartner des Lebensmittel-Clusters bestehende Diskussionsrunde thematisierte vor allem die Wegwerfgesellschaft: Immerhin landen im Land rund 30 Prozent der Lebensmittel im Müll. Die Jugendlichen forderten auch ein Umdenken bei der Agrarpolitik. Es könne nicht sein, dass große Konzerne stärker als Landwirte sowie Klein- und Mittelbetriebe aus dem verarbeitenden Gewerbe gefördert werden.

Vegan, Bio und Fleisch
Soja wird oft in einem Atemzug mit Asien genannt – Österreich kann aber rund die Hälfte des Bedarfs aus eigenem Anbau decken. Grundsätzlich kann sich das Land mit fast allen Produkten autark versorgen – bei vielen Pflanzenarten gibt es Überproduktionen, die im Viehfutter landen. 

Quelle: Land OÖ  //  Fotocredit: © City-Foto

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