Wiener Architekt sorgt in Moskau für Furore

Wiener Architekt sorgt in Moskau für Furore

Johannes Baar-Baarenfels wurde unter 40 renommierten internationalen Architekten als einziger Österreicher eingeladen, sein Projekt „Sofia Serdika“ in Moskau auszustellen. Bei den Glasgitterschalen in Sofia handelt es sich laut Financial Times um „ein Highlight der Ausstellung“

Von 31. Jänner bis 10. Mai 2020 findet die Ausstellung „Öffentliche Architektur – Zukunft für Europa“ im Schusev-Architekturmuseum in Moskau statt. Diesmal mit dabei der renommierte Wiener Architekt Johannes Baar-Baarenfels. Er liefert laut Marianna Giusti, Redakteurin der Financial Times, auch gleich „einen der Höhepunkte der Ausstellung“: Die drei filigranen Glasgitterschalen, die auf dem Nezavisimost-Platz im historischen Zentrum der bulgarischen Hauptstadt Sofia zur Überdachung einer 2500 Jahre alten Ausgrabungsstätte geplant und umgesetzt wurden. „Es ist eine besondere Ehre für mich und mein Team, mit diesem Projekt, Österreich in Moskau zu vertreten“, sagt Johannes Baar-Baarenfels.

Er setzt, zusammen mit dem lokalen Architekten Hristo Guentchev, ein Zeichen des Aufbruchs, transformierte das ehemals einschüchternde, stalinistische Ensemble zu einem Ort der Geschichte und schafft damit ein neues Bewusstsein. Die drei Glaskuppeln bieten einen Blick auf die thrakisch-römisch antike Ausgrabungsstätte bei gleichzeitiger Spiegelung der Stalinistischen Platzarchitektur.

Das Projekt

Während der Bauarbeiten der U-Bahn wurde eine Ausgrabungsstätte, welche auf die antike thrakisch-römische Stadt Serdica zurückgeht, freigelegt. Das österreichische Architekturbüro Baar-Baarenfels verankerte die Ruinen in drei parametrisch gestalteten Glaskuppeln, die Wassertropfen ähneln, die die Vergangenheit der Stadt in starkem Kontrast zu ihrer Umgebung aus dem 20. Jahrhundert enthüllen. Die Kuppeln werden von zwei Brücken getrennt und erlauben ein Umschreiten der Ausgrabungsstätte und geben Einblick auf die darunterliegenden archäologischen Schätze.

Die drei flachen Schalentragwerke fügen sich einerseits in ihre Umgebung ein, andererseits transformieren sie diese und stellen einen Gegenpol zur monumentalen, sowjetischen Platzarchitektur dar. „Die Relevanz des neuerrichteten Werks geht über die bloße architektonische Bedeutung hinaus“, sagt Baar-Baarenfels: „Es liegt direkt vor dem bulgarischen Parlament, dem Ministerrat und der Präsidentschaftskanzlei und kann ein Zeichen des Aufbruchs für die Stadt sein, da die bis dato verborgene Geschichte, welche in die Antike reicht, durch eine in die Zukunft weisende Architektur vergegenwärtigt wird.“

Neuinterpretation der Kuppel

Die drei Gitterschalen, filigrane Membranstrukturen aus Stahl und Glas, deren spannungsgeladene Form mittels ein- und zweifach gebogener Glaspanelen realisiert wurde, überspannen eine Fläche von rund 16 mal 16 Meter. Die bewußt niedrig gehaltene Stichhöhe von 2,10 Metern, um den Platz nicht in zwei Straßenräume zu zergliedern, war eine statische Herausforderung. 
Das Projekt des österreichischen Architekten wurde von lokalen Unternehmen umgesetzt – und zwar höchst effizient. Planung, Baugenehmigung und Bau dauerten rund zwölf Monate. Durch die avantgardistische Architektur mitten im Zentrum von Sofia schafft Baar-Baarenfels, ein „neues Bewusstsein für den öffentlichen Raum und das kulturelle Erbe“.

Über Architekt Dipl.-Ing. Johannes Baar-Baarenfels:

Johannes Baar-Baarenfels arbeitet als Architekt in Wien. Er wurde 2013 beim World Architecture Festival in Singapur mit dem Palais Rasumofsky in der Kategorie „Neu und Alt“ ausgezeichnet. Bereits 2010 war Baar-Baarenfels bei dem World Architecture Festival in Barcelona nominiert: Damals für den Sportalm-Flagship-Store in der Wiener Brandstätte und in der Kategorie „Shopping“. Er unterrichtete an Universitäten in Österreich und Indien und hielt in einigen Ländern Europas und Asien Vorträge.

Quelle: Foggensteiner Public Relations GmbH / ots  //  Fotocredit: Baar-Baarenfels/Guentchev

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