WKO gegen weitere Verschärfungen oder zusätzliche Sperren des Linzer Hauptplatzes

WKO gegen weitere Verschärfungen oder zusätzliche Sperren des Linzer Hauptplatzes

„Fahrverbot vertreibt die Geschäfte rund um den Hauptplatz zerstört intakte Wirtschaftsstrukturen und fördert schwer vermietbare Leerflächen," betont  Klaus Schobersberger, Obmann der WKO Linz-Stadt

Die Wirtschaftskammer Linz-Stadt spricht sich gegen jede weitere Verschärfung des Einfahrtsverbotes oder Sperren des Linzer Hauptplatzes aus. 

„Die WKOÖ hat der jetzigen Pilotversuchsregelung 2013 eines sogenannten ,autofreien Hauptplatzes‘ unter der Bedingung zugestimmt, dass die Erreichbarkeit des Hauptplatzes wochentags generell und am Wochenende für alle Anlieger gegeben bleibt“, so Klaus Schobesberger, Obmann der WKO Linz-Stadt. „Es gibt daher nur an Wochenenden ein Einfahrtsverbot von der Promenade in die Theatergasse und Klosterstraße sowie von der Rathausgasse auf den Hauptplatz. Ausgenommen sind aber nicht nur Radfahrer, Busse und Taxis, sondern auch der Anliegeverkehr. Damit dürfen selbstverständlich alle Bewohner und Unternehmer mit Fahrziel in diesem Bereich einfahren, aber auch alle Besucher, Gäste und auch Lieferanten. Jede Verschärfung würde dem Linzer Hauptplatz und dessen Bewohnern und Unternehmern bei der Erreichbarkeit schaden.“
 


Entschieden gegen jede weitere Verschärfung des Einfahrtsverbotes
„Wir sprechen uns daher entschieden gegen jede weitere Verschärfung des Einfahrtsverbotes oder gar Probesperren im Sommer aus, da Unternehmen und auch Bewohner aus verschiedensten Gründen die Zufahrtsmöglichkeit brauchen“, so Schobesberger weiter. „Bewohner, Gäste der Hauptplatz-Hotels oder auch die zahlreichen Gastronomiebetriebe müssen weiterhin die Möglichkeit haben, ganztägig und auch an Wochenenden mit Pkw zum Hauptplatz zufahren und hier insbesondere Ladetätigkeiten durchführen zu können. Taxis, Autobusse mit Linz-Besuchern, der Gelbe Zug, der TIM-Mobilitätsknoten der Linz AG oder die Linie 192 dürfen nicht vom Hauptplatz ausgesperrt werden. Auch die Apotheken müssen für hilfesuchende Menschen mit dem Pkw erreichbar bleiben“, verweist Schobesberger auf konkrete Beispiele unmittelbar betroffener Personen und Unternehmen.
 


„Einige Geschäftsinhaber sagen uns, dass sie sich bei einer Totalsperre des Hauptplatzes und seiner Zufahrtsstraßen einen neuen Standort suchen werden. Kunden könnten dann überhaupt nicht mehr zu den Geschäften zufahren, die UnternehmerInnen selbst bräuchten teure Ausnahmegenehmigungen. Ganz massiv wäre hier die Klosterstraße mit der gesamten Altstadt und die Rathausgasse betroffen. Aus dem Auge aus dem Sinn – mit einem totalen Fahrverbot vertreibt man die Geschäfte rund um den Hauptplatz, zerstört intakte Wirtschaftsstrukturen und fördert schwer vermietbare Leerflächen“, ärgert sich Schobesberger. „Bei einer so weitreichenden Entscheidung müssen daher alle wirklich Betroffenen an einen Tisch eingeladen und gemeinsam Lösungen erarbeitet werden.“
 


Taxidienstleistungen am Linzer Hauptplatz sind unverzichtbar
Gunter Mayrhofer, Obmann des Beförderungsgewerbes mit Pkw: „Der Bedarf an Taxidienstleistungen ist gerade am Linzer Hauptplatz enorm hoch: Sowohl das Innenstadt-Geschehen im Bereich Hauptplatz bis Schmidtor mit vielen Geschäften und sehr dichtem gastronomischen Angebot als auch insbesondere das abendliche und nächtliche Altstadt-Geschehen machen eine Versorgung mit Taxidienstleistungen in unmittelbarer Reichweite für unsere Kunden erforderlich. Sowohl die klassische Taxidienstleistung als auch die hochfrequente Anruf-Sammel-Taxi Station am Linzer Hauptplatz zählen daher zur unabdingbar notwendigen Mobilitäts-Infrastruktur und dürfen nicht durch fragwürdige und willkürliche Konzepte zur Verkehrsberuhigung gefährdet werden.“

Eine völlige Sperre des Hauptplatzes löst das Linzer Luft-Problem nicht, sondern verschärft es
Eine völlige Sperre des Hauptplatzes löst auch das Linzer Luft-Problem nicht, sondern verschärft es: Der Hauptplatz ist zu Stoßzeiten eine wichtige Zufahrt zur Nibelungenbrücke. Würde diese Zufahrt gesperrt, würde noch mehr Verkehr durch den Römerbergtunnel zur Donaulände fließen und die ohnehin starken Staus dort noch erhöhen mit negativen Auswirkungen auf die dortigen Messwerte.
 

Quelle: WKOÖ  // © Hermann Wakolbinger

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