Wr. Friseurinnung - Null Toleranz für „schwarze Schafe“

Wr. Friseurinnung - Null Toleranz für „schwarze Schafe“

Jüngste Kontrollen bestätigen „Wildwuchs“ - 80% Verstöße bei einschlägigen Friseursalons

Es kann nicht sein, dass diejenigen, die sich an die Feiertags - und Sonntagsregeln halten, nach Kollektivvertrag bezahlen, Fachkräfte ausbilden und Steuern abliefern, die Dummen sind.

Wer für einen Haarschnitt nur 10 EUR zahlt, muss wissen, dass er Sozial- und Wirtschaftsdumping unterstützt.

Wiener Innungsmeister Marcus Eisinger

Der Unmut in der Wiener Friseurszene ist groß. Denn momentan gibt es 2 Klassen von Friseuren: die einen, die sich an die Gesetze halten und die anderen, die ihre eigenen Regeln aufstellen. Für die Wiener Friseurinnung der Wirtschaftskammer Wien, die 1800 Mitglieder – und damit die größte Innung Österreichs – vertritt, ein unhaltbarer Zustand. Innungsmeister Marcus Eisinger:

"Es kann nicht sein, dass diejenigen, die sich an die Feiertags - und Sonntagsregeln halten, nach Kollektivvertrag bezahlen, Fachkräfte ausbilden und Steuern abliefern, die Dummen sind."

Eisinger will für einen fairen Wettbewerb zum Schutz seiner Mitglieder kämpfen und nimmt Politik, Kontrollbehörden, Polizei und Konsumenten in die Pflicht: "Hier sind alle gefordert. Wir dürfen nicht zulassen, dass eine Gruppe von Unverbesserlichen unsere Branche und unser funktionierendes Wirtschafts- und Sozialgefüge sukzessive untergräbt und gefährdet. Wir müssen diesem Wildwuchs dringend einen Riegel vorschieben!"

Diese Meinung vertreten auch alle Bezirksvorsteher Wiens, die an den Bezirksgipfeln der Wiener Friseurinnung teilgenommen und die unisono ihre Unterstützung im Kampf für fairen Wettbewerb zugesichert haben.

Die Wiener Innung hatte im Frühjahr 2019 eine Bezirksoffensive gestartet und bis Ende Oktober mit allen 23 Bezirken sogenannte „Ordnungsgipfel“ abgehalten. Dazu waren neben den BezirksvorsteherInnen und Magistratischen Bezirksämtern auch lokale Vertreter der Kontrollbehörden, wie AMS, Finanzpolizei, WGKK, Arbeitsinspektorat, Büro für Sofortmaßnahmen des Wr Magistrats, MA 59 (Marktamt) und MA 63 (GeWO), sowie die Grätzlpolizei eingeladen.

Ergebnis: „Beraten statt strafen“ hilft nur dort, wo keine „Betrugsabsicht“ besteht. Das trifft aber auf diese Betriebe nicht zu. Daher helfen offensichtlich nur Kontrollen und Strafen. Für Eisinger enttäuschend: "Leider brauchen wir Kontrollen um den „schwarzen Schafen“ klar zu machen, dass in unserer Branche kein Platz für Wirtschafts- und Sozialdumping ist."

Eisinger ist vor allem wichtig, dass diese gezielt kontrolliert werden, ohne diejenigen zu belästigen, die sich an Gesetze und fairen Wettbewerb halten. Denn, der große Teil der Friseure hält sich an die Gesetze.

In Folge der Bezirksgipfel wurden vermehrt Kontrollen durchgeführt und die jüngsten Ergebnisse bestätigen die Beschwerden der Wiener Friseurbetriebe: 80% Verfehlungen in den Bereichen Lohndumping, Verstöße gegen Fremdengesetz, fehlende Arbeitsaufzeichnungen, Sozialbetrug, Missbrauch von sozialen Transferleistungen (AMS), Verstöße gegen das Öffnungszeitengesetz und Sonn-und Feiertags-Betriebszeitengesetz, Finanzbetrug, usw...

Eisinger: "Diese neue Form der organisierten Schattenwirtschaft zerstört fairen Wettbewerb und schadet damit unserer Branche und dem Staat bzw. der Allgemeinheit nachhaltig."

Ein besonderes Anliegen ist Eisinger daher auch die Bewusstseinsbildung beim Konsumenten, dass „Geiz nicht immer geil ist“. Qualität darf und muss auch etwas kosten dürfen.

Eisinger: Wer für einen Haarschnitt nur 10 EUR zahlt, muss wissen, dass er Sozial- und Wirtschaftsdumping unterstützt. Für Eisinger wird eine Negativspirale in Gang gesetzt, die mittelfristig für die Branche „tödlich“ ist: Die billigen Salons ziehen die Kaufkraft ab, die Umsätze gehen zurück, weniger Lehrlinge werden ausgebildet, weniger Fachkräfte stehen zur Verfügung. Und am Ende können weder die Einen noch die Anderen wirtschaftlich überleben und der Konsument wird vergeblich Qualitätsdienstleistung suchen.

Bereits heute vermerkt die Innung eine starke Zunahme an Beschwerden von geschädigten Kunden wegen schlechten Leistungen und mangelnden Fachkenntnissen. Diese Fälle sind bis dato zu 100% individuelle Befähigungen. Also Friseure, die keine Meisterprüfung haben. Diese sind seit 2015 explodiert und treffen bereits auf 50% der Wiener Friseurbetriebe zu. Eine für Eisinger kritische Nebenerscheinung der Liberalisierung der Gewerbeordnung, die dringend analysiert werden sollte.

Eisinger abschließend: "Ich bedanke mich im Namen aller Friseurbetriebe der Wiener Innung bei den BezirksvorsteherInnen, den Kontrollbehörden und der Grätzlpolizei für Ihre Unterstützung im Kampf für fairen Wettbewerb, Qualitätssicherung und Ausbildung von Fachkräften."

Quelle: Mag. Karin Holdhaus holdhaus communications e.U./ots  //  Fotocredit: WKW
 

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