Zusammenarbeit bei Haydnfestspielen einseitig durch Land beendet

Zusammenarbeit bei Haydnfestspielen einseitig durch Land beendet

Der Präsident des Vereins "Haydnfestspiele", Helmut Bieler hat durch klare öffentliche Aussagen einer Verlängerung der Rahmenvereinbarung aus dem Jahr 2009 mit der Stiftung Esterhazy eine endgültige Absage erteilt.

Diese Vereinbarung hatte vorgesehen, dass die beiden Vertragspartner gemeinsame inhaltliche Aktivitäten zur Förderung der klassischen Musik in Eisenstadt setzen und damit den Standort zu einem Zentrum für Kunst und Kultur weiterentwickeln wollen. Für ein reines Mietverhältnis stand und steht Esterhazy nicht zur Verfügung, sondern plant ab sofort neue, hochqualitative Kulturaktivitäten am Standort Eisenstadt.

Land Burgenland wünscht keine Kooperation mit Esterhazy

Die Esterhazy-Stiftung hat mit Bedauern und Unverständnis zur Kenntnis genommen, dass eine seit dem Jahr 2009 bestehende schriftliche Vereinbarung zwischen dem Verein "Haydnfestspiele" und der Stiftung durch Erklärungen des Vertreters des Landes Burgenland im August 2015 nunmehr endgültig beendigt wurde. Der Präsident des Vereins, Kulturlandesrat Helmut Bieler, erklärte bei einer Pressekonferenz am 14. August 2015 öffentlich und explizit, dass der Verein zwar Räume im Schloss Esterházy für die Haydntage anmieten wolle, aber keinerlei inhaltliche Kooperation wünsche. Vorangegangen waren ähnliche Aussagen des Landesrates, so beispielsweise bei einer Verhandlungsrunde im Februar 2015, wo er meinte, dass der Verein definitiv keine wie auch immer geartete Partnerschaft mit der Stiftung Esterhazy wolle.

Vertrag aus 2009 sah inhaltliche Zusammenarbeit vor

Diese Erklärungen stehen im krassen Widerspruch zu einer Rahmenvereinbarung von 2009, in der paktiert wurde, dass es eine enge, inhaltliche Zusammenarbeit zwischen Verein und Stiftung Esterhazy geben soll. Es ging der Stiftung stets darum, über die Haydntage hinaus gemeinsame Kulturaktivitäten zu setzen, die den Standort Eisenstadt stärken und alle Synergien ausschöpfen sollten. Beispiele für solche Projekte sind Opern im Schloss, wie die zuletzt vor insgesamt rund 9.300 Besuchern erfolgreich aufgeführte hochwertige Kinderoper "Schneekönigin" und weitere künstlerische Aktivitäten für Kinder und Jugendliche. Von Seiten Esterházy war etwa auch beabsichtigt, ein "Orchester in Residence" nicht nur für die Haydntage zu verpflichten, sondern einen längeren Zeitraum zu wählen, um Eisenstadt noch mehr zu einem Hotspot für klassische Musik zu machen. Des Weiteren sollte es laut Vertrag zu gemeinsamen Aktivitäten in der Programmgestaltung, dem Außenauftritt und dem Ticketverkauf kommen.

Land führte nur Scheinverhandlungen

Dazu wurden seitens Esterhazy in den Jahren seit 2009 immer wieder konstruktive Vorschläge vorgelegt, die aber von den Landesvertretern im Verein "Haydnfestspiele" niemals ernsthaft geprüft wurden. Eine ganze Reihe von Angriffen von Landesrat Bieler und seine zuletzt getätigten Aussagen, dass an eine Zusammenarbeit - trotz des Vertrages - niemals gedacht war, zeigt deutlich, dass das Land immer nur Scheinverhandlungen geführt hat, und anders als Esterhazy, nie an einer zukunftstauglichen Neuausrichtung der Kulturaktivitäten im Schloss Esterházy und in Eisenstadt interessiert war.

Gespräch mit Eisenstädter Bürgermeister konstruktiv

Zuletzt wurden von der Stiftung Esterhazy noch Gespräche mit dem Eisenstädter Bürgermeister Thomas Steiner in seiner Funktion als Direktoriumsmitglied des Vereins "Haydnfestspiele" geführt, die aber keine neuen Erkenntnisse bringen konnten, nachdem die Vertreter des Landes (als Hauptfinanzierer der Haydntage) im Verein die Türe endgültig zugeschlagen hatten. Die Stiftung wird auch zukünftig ihre Kultur-Aktivitäten so gestalten, dass der Standort Eisenstadt noch mehr als bisher zu einem Zentrum für klassische Musik wird.

Planungen für die Zukunft beginnen ab sofort

Nach der in ihrer Eindeutigkeit überraschenden Beendigung der Vertragsverhältnisse durch Landesrat Bieler wird Esterhazy jetzt in einer intensiven Planungsphase die Weichen für zusätzliche Veranstaltungen stellen. Im Fokus wird hohe Qualität und ein zeitgemäßes, in die Zukunft gerichtetes, Programm stehen. Es soll darüber hinaus Angebote für Kinder und Jugendliche geben, um sie in lustvoller Weise an die Schönheit der Musik heranzuführen. Auch der Pflege der Musik von Joseph Haydn wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Quelle: OTS  Foto: Andreas Hafenscher, Esterhazy

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